Interview Dieter Jandl, Geschäftsführer addIT im Rahmen der Interviewserie „Chancen sehen“ des Verantwortung zeigen! Netzwerks.

Die Interviewserie lässt uns an den persönlichen Erfahrungen während der Zeit der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 teilhaben und an jenen Perspektiven, die sie für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft daraus gewonnen haben.

 

  1. Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Wochen?

Die letzten Wochen haben gezeigt, wie fragil die globale Wirtschaft mit all ihren Zusammenhängen und Abhängigkeiten ist. Jede Branche musste sehr schnell und mit unterschiedlichsten Maßnahmen auf die Krise reagieren, um die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Wir haben zu Beginn der Krise sofort konkrete Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer MitarbeiterInnen getroffen. Dass wir bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit zum Home-Office anbieten, hat uns in dieser Situation geholfen. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben uns wieder gezeigt, wie großartig unsere MitarbeiterInnen sind, die sich mit großem persönlichem Engagement weiterhin um alle Services für unsere Kunden gekümmert haben und deren reibungslose Geschäftsabläufe damit garantieren können. Ich bin besonders stolz darauf, solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem besonderen Mindset im Unternehmen zu haben.

 

  1. Was war der wohl prägendste Moment?

Es gab für mich mehrere prägende Momente, einer davon war sicher die Ankündigung des kompletten Lockdown durch die Bundesregierung. Es gab aber auch trotz oder gerade in der Krise etliche schöne Momente, in denen wir viel positives Feedback zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kunden erhalten haben.

 

  1. Was ist das Allerwichtigste, das Sie sich wünschen, dass wir aus der Krise lernen?

Für die Kärntner Unternehmen wünsche ich mir, dass sie den Themen „Digitalisierung“ und „Cyber Security“ mehr Aufmerksamkeit schenken. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich besonders, wie wichtig es ist, dass man als Unternehmen gut gerüstet und vorbereitet ist.

Persönlich würde ich mir wünschen, dass ein wenig von der Entschleunigung bleibt und die Menschen auch nach der Krise wieder mehr regional „made in Carinthia“ kaufen und damit die heimische Wirtschaft unterstützen.

 

  1. Wo braucht es in Wirtschaft und Gesellschaft auch neue Wege?

Schwierige Frage, ich halte mich grundsätzlich bei gesellschaftspolitischen Diskussionen und Stellungnahmen zurück. Sicher ist aber, dass wir uns in Europa in der Produktions- und Lieferkette unabhängiger aufstellen müssen. Wir beraten unsere Kunden schon sehr lange, sich auf „Unsicherheiten“ – insbesondere mit Agilität in diversen Unternehmensbereichen – vorzubereiten. Das beginnt bei Geschäftsmodellen und reicht bis zur Infrastruktur. Hier gelten die Prämissen: Skalierbarkeit, Flexibilität am besten mit global agierenden lokalen, vertrauenswürdigen Partnern.

 

  1. Welches Motto würden Sie der Zeit nach Corona zuschreiben wollen?

Nachdem ich in der Technologie- und Informations-Branche tätig bin, würde ich mit dem Motto „Mit Digitalisierung nachhaltig Wirtschaft unterstützen“ gut leben können.

 

  1. Welches Glück haben Sie in den letzten Wochen entdeckt?

Für mich ist die Zeit, die ich mit meiner Frau gemeinsam zu Hause verbringen kann besonders wertvoll. Zusammen bei schönem Wetter – leider erst nach 18 Uhr – auf der Terrasse zu sitzen und sich Zeit zu nehmen für Gespräche – auch via Facetime mit unseren erwachsenen Kindern und unseren Eltern – sind für mich eine schöne Abwechslung zum Home-Office Alltag. So gesehen ist  unser Haus ein netter „co-working space“ mit Familienmitgliedern geworden.

Und das größte Geschenk ist, wenn wir alle diese Krise gesund überstanden haben.