Das war guter Stoff für die Zukunft
online, 27. Jänner 2026. Zum fachlichen Auftakt des Jahres lud das Netzwerk Verantwortung zeigen! zum ersten VZ Impulsfrühstück 2026. Unter dem Titel „Stoff für die Zukunft“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Kreislaufwirtschaft konkret und wirksam umgesetzt werden kann und verdeutlichten die vorgestellten Beispiele von Kastner & Öhler und Saubermacher sowie von Stadt Villach und die ARGE Sozial, wie die Umsetzung in Kooperation gelingt; mit Anregungen für viele Branchen.
Kreislaufwirtschaft braucht Partnerschaften
Gleich zu Beginn brachte Iris Straßer den Kern auf den Punkt: „Kreislaufwirtschaft gelingt nur in Partnerschaften.“ Damit war der Rahmen gesetzt – nicht als abstraktes Nachhaltigkeitsthema, sondern als strategische Gemeinschaftsaufgabe für Unternehmen, Kommunen und soziale Organisationen.
Von der Herausforderung zur Umsetzung: Textilrecycling und ReUse
Im ersten Impuls zeigten Kastner & Öhler und Saubermacher, warum die Textilbranche exemplarisch für den Handlungsdruck steht. Isabella Tatzberger, Nachhaltigkeitsverantwortliche bei K&Ö, machte deutlich, dass Textilien entlang ihres gesamten Lebenszyklus enorme Ressourcen binden, während echte Kreisläufe bislang die Ausnahme sind: „Faser-zu-Faser-Recycling liegt heute bei unter einem Prozent.“ Mit dem gemeinsamen Projekt „Stoff für die Zukunft“ mit Saubermacher wird genau hier angesetzt: In ausgewählten Filialen werden kaputte Textilien indoor gesammelt und gezielt dem Recycling zugeführt. Das Ergebnis nach dem ersten Jahr zeigt das Potenzial: Rund 5,5 Tonnen Alttextilien wurden gesammelt, davon 11 Prozent erfolgreich im Faser-zu-Faser-Recycling verarbeitet – ein Wert, der deutlich über dem aktuellen Branchenschnitt liegt, was Eva-Maria Wurzer, projektverantwortlich für Textilrecycling bei Saubermacher hervorhob.
Der zweite Impuls führte nach Villach und zeigte Kreislaufwirtschaft mit sozialem Mehrwert. Andreas Erd von der Stadt Villach und Vanessa Schurian, Geschäftsleiterin der ARGE Sozial Villach präsentierten die ReUse-Initiative, die seit 2017 funktionstüchtige Elektroaltgeräte vor der Entsorgung bewahrt. „Es muss nicht immer alles neu sein“, so Erd. Die Geräte werden geprüft, aufbereitet und kostengünstig weitergegeben – zugleich entstehen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Allein 2025 wurden 25 Tonnen Elektroschrott erfasst und 1.361 Geräte in ein zweites Leben überführt und damit auch sozialer Mehrwert gestiftet.
Das Impulsfrühstück machte deutlich: Kreislaufwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern ein unternehmerischer Hebel – ökologisch wirksam, sozial relevant und vor allem dann erfolgreich, wenn sie partnerschaftlich gedacht und umgesetzt wird.
Dabei waren Vertreter:innen von: AMS Kärnten, ARGE Sozial Villach, Caritas Steiermark, CTP, FH CAMPUS 02, FH Kärnten, Green Tech Valley, GreenOneTec, Hilfswerk Kärnten, Kastner & Öhler, KNAPP, Odilien-Institut, Raiffeisenlandesbank Kärnten, Saubermacher, Slovenska gospodarska zvesa – Slowenischer Wirtschaftsverband, Stadt Villach, Styria Media Group, Trinitec und der WI‘MO.
Herzlichen Dank den Impulsgeberinnen und Impulsgebern für die interessanten und offenen Einblicke in die Arbeite und allen Teilnehmenden für das Interesse. Bis zum nächsten Mal!








