Interview Manuela Khom, Landtagspräsidentin Steiermark im Rahmen der Interviewserie „Chancen sehen“ des Verantwortung zeigen! Netzwerks.

Die Interviewserie lässt uns an den persönlichen Erfahrungen während der Zeit der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 teilhaben und an jenen Perspektiven, die sie für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft daraus gewonnen haben.

 

  1. Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Wochen?

Eine globale Krise in dieser Form zeigt uns auf erschreckende Weise, wie wir viele Dinge des Alltags als Selbstverständlichkeit hinnehmen und wie schnell sich auf einmal alles ändern kann – Plötzlich ist alles anders, von heute auf morgen wurde unser Leben völlig auf den Kopf gestellt.

Ich bin ein Mensch, der gerne das Positive aus allen Situationen und Herausforderungen versucht herauszufiltern. Und auch diese Krise bringt Chancen mit sich: Sie ist unter anderem ein guter Anlass, nicht mehr alles was man gewohnt ist, als selbstverständlich zu sehen und das wieder mehr wertzuschätzen, was man hat!

 

  1. Was war der wohl prägendste Moment?

Ein für mich sehr prägender und vor allem erfreulicher Moment war es zu sehen, wie gut die österreichische Bevölkerung die doch sehr einschränkenden, aber notwendigen Maßnahmen aufgenommen haben und sich mit großem Verantwortungsbewusstsein auch daran gehalten haben und damit sehr verantwortungsvoll und vorausschauend gehandelt haben – und das ganz ohne großes Murren oder Jammern, entgegen unserer österreichischen Mentalität.

Vom Einkaufengehen für Risikopersonen bis hin zum einfach nur Zuhausebleiben hat man gesehen, dass der Großteil unserer Bevölkerung zusammengehalten hat, zum Wohle der Älteren und Gefährdeten – das ist sehr schön zu sehen!

 

  1. Was ist das Allerwichtigste, das Sie sich wünschen, dass wir aus der Krise lernen?

Ich wünsche mir, dass wir daraus lernen, das WIR wieder verstärkt in den Vordergrund zu rücken – Wir füreinander und nicht jeder für sich selbst. Wie bereits erwähnt, viele haben es in dieser Situation bereits vorgelebt – das aufeinander Acht geben und Zusammenhalten soll weitergelebt werden und einen größeren Stellenwert bekommen, das wäre mein Herzenswunsch für die Zeit nach der Krise.

 

  1. Wo braucht es in Wirtschaft und Gesellschaft auch neue Wege?

Unsere Unternehmen trifft diese Situation besonders hart, vor allem viele Kleinunternehmen brauchen jetzt Hilfe und Unterstützung. Und hier sind wir wieder beim gesellschaftlichen Zusammenhalt, den ich mir noch verstärkter wünsche. Und dieser beginnt damit, regionale Produkte einzukaufen, ob Lebensmittel oder sonstige Güter, unsere heimischen Unternehmen brauchen jetzt dieses Bewusstsein in den Köpfen der Österreicherinnen und Österreicher. Das ist nichts Neues, alle reden bereits darüber, das Regionale mehr wertzuschätzen und zu unterstützen, aber jetzt müssen auch mehr Taten folgen!

 

  1. Welches Motto würden Sie der Zeit nach Corona zuschreiben wollen?

Nicht jammern, sondern anpacken!

 

  1. Welches Glück haben Sie in den letzten Wochen entdeckt?

Meine Familie um mich herum und vor allem auch die Tatsache, dass wir uns über unsere Gesundheit erfreuen dürfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, an Familie und Gesundheit muss man immer arbeiten und wie überall braucht es ein kleines bisschen Glück.

 

30. April 2020