Interview Christian Purrer und Martin Graf, Vorstände der Energie Steiermark im Rahmen der Interviewserie „Chancen sehen“ des Verantwortung zeigen! Netzwerks.

Die Interviewserie lässt uns an den persönlichen Erfahrungen während der Zeit der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 teilhaben und an jenen Perspektiven, die sie für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft daraus gewonnen haben.

 

  1. Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Wochen?

In der aktuellen Ausnahmesituation sammeln wir alle natürlich zahlreiche neue Erfahrungen. Für die Energie Steiermark bestand die zentrale Aufgabenstellung darin, besonders im Bereich der kritischen Infrastruktur, die Versorgungssicherheit zu jedem Zeitpunkt voll zu gewährleisten. Das ist uns Dank unseres grandiosen Teams gelungen, das trotz der hohen, zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie Stördienst-Einsätze reibungslos umgesetzt hat. Was uns schon immer klar gewesen ist, hat sich wieder einmal bewiesen: Auf unser Team ist Verlass!

 

  1. Was war der wohl prägendste Moment?

Ein prägender Moment war für uns die Einberufung unseres Präventiv-Krisenstabs. Dieser besteht aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedenster Kompetenzbereiche. Unser Unternehmen führt jährlich Kriseninterventionsübungen durch, in denen unterschiedliche Szenarien simuliert werden. Dass es nun tatsächlich zu einem Ernstfall gekommen ist, ist schon außergewöhnlich, hat aber auch gezeigt, dass sich unsere Übungen bezahlt machen. Nur so konnten wir schnell und kompetent reagieren.

 

  1. Was ist das Allerwichtigste, das Sie sich wünschen, dass wir aus der Krise lernen?

Zusammenhalt. Die aktuelle Solidarität in unserer Gesellschaft zeigt, dass jeder einen Beitrag zum großen Ganzen leisten kann. Auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir in dieser Hinsicht zu großem Dank verpflichtet. Sie haben ihre Arbeit innerhalb kürzester Zeit an die neuen Umstände angepasst und sorgen weiterhin für eine sichere Stromversorgung der Bevölkerung.

 

  1. Wo braucht es in Wirtschaft und Gesellschaft auch neue Wege?

Der vorübergehende Engpass an Schutzausrüstung im Land hat gezeigt, wie wichtig es ist, eine regionale Versorgung in allen Lebensbereichen sicherzustellen. Besonders jetzt müssen wir heimische Betriebe mit unseren Kaufentscheidungen unterstützen. Das ist nicht nur essentiell für den Aufbau nach der Krise, sondern kann auch einen immensen Effekt hinsichtlich der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes haben. Wir sind stolz darauf, unseren Beitrag durch die Erzeugung von 100 % CO₂-freier Energie aus der Steiermark zu leisten.

 

  1. Welches Motto würden Sie der Zeit nach Corona zuschreiben wollen?

„Gemeinsam die Zukunft nachhaltig gestalten.“

 

  1. Welches Glück haben Sie in den letzten Wochen entdeckt?

Das Engagement und die Kompetenz der Menschen in unserem Gesundheitswesen ist aktuell das wohl größte Glück, für das wir sehr dankbar sind.

 

30. April 2020