31. Mai 2022, Lassnitzhöhe. Nachhaltigkeit ist eine bedeutsame Quelle für Innovation, das zeigten beim VZ Netzwerkdialog gute Beispiele der Lebenshilfen Soziale Dienste und von next-Incubator. Davon konnten sich die Teilnehmenden beim Besuch des digital gesteuerten und durch Menschen mit Behinderung bewirtschafteten Ackers ‚myAcker plus‘ vor Ort auch überzeugen. Der Nachmittag bot zudem reichlich Gelegenheit zur branchenübergreifenden Vernetzung.

 

Innovation und Nachhaltigkeit als Teil des Zukunftsbildes

Eine vielfältige runde an Führungskräften ist zum Netzwerkdialog auf die Lassnitzhöhe gekommen. Der Titel der Veranstaltung lautet „Zukunftsbild Verantwortung“. Und dort setzt die Geschäftsführerin der Lebenshilfen Soziale Dienste Susanne Maurer-Adrian in ihrem Beitrag unmittelbar an. „Wir haben mit 1400 MitarbeiterInnen und 3500 KundInnen, die wir begleiten, einen großen Hebel, die Gesellschaft und unsere Lebenswelt zu beeinflussen. Und das haben wir uns im Jahr 2019 im Rahmen der Erarbeitung eines auch visualisiert dargestellten Zukunftsbildes „Lebenshilfe 2025“ auch bewusst gemacht und strategisch verankert. Es geht uns darum, durch soziale und ökologische Beiträge auch intern Verbindungen zu schaffen und unsere Marke konsequent zu entwickeln. Innovation ist für uns ein wichtiger Teil, das Angebotsspektrum für die Menschen mit Behinderung, die wir betreuen, weiter zu entwickeln, aber auch als Arbeitgeberin immer besser zu werden. Der Potentialfokus ist für uns bedeutsam, wir wollen Lebensräume gestalten und verstehen uns als Teil der Gesellschaft. Wir verbinden Innovation und Nachhaltigkeit.“

So beginnt die Gastgeberin des Nachmittags und berichtet von einer Vielzahl interessanter Initiativen. Der Blick auf die MitarbeiterInnenmobilität, die mit Foldern, Spielen und internen Aktionen möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in ihrem Mobilitätsverhalten beeinflussen möchte. Ein Fußwegbonus, Lasträder und vieles mehr gehören dazu. Zudem innovative Kooperationen wie jene mit der Kleine Zeitung und dem ORF, Menschen in einfacher Sprache die Nachrichten näher zu bringen. Dazu hat die Lebenshilfe ein Redaktionsteam zusammengestellt, das seit Jahren mit großem Eifer bei der Sache ist.

 

 

MyAcker plus als Good Practise

Gleich neben dem Hotel Liebmann, in dem der Netzwerkdialog stattfindet, befindet sich ein Acker, der von der Lebenshilfe betrieben wird. Auch er entspringt einer Kooperation und verbindet Innovation und Nachhaltigkeit. Das Projekt nennt sich MyAcker plus und ist eine – übrigens aus dem VZ Netzwerk entstandene – Zusammenarbeit mit dem Start-up myAcker. Menschen können online eine Gartenfläche erwirtschaften, parallel arbeiten hier 6 KundInnen und 2 MitarbeiterInnen daran, das Gemüse entsprechend den online-Vorgaben zu gießen, zu jäten und dann auch zu ernten. Das Gemüse wird den online-Gärtnern dann zugesendet.

Für uns ist das Projekt eine besondere Möglichkeit, eine sinnstiftende Arbeit für Menschen zu schaffen und auch anderen KundInnen auch die Möglichkeit zu geben, durchs online-Gärtnern digital fit zu werden. „Das machen die Menschen mit Behinderung sehr gerne“, berichtet Maurer-Aldrian. Davon überzeugen sich die TeilnehmerInnen des Netzwerkdialogs auch persönlich bei einer Führung am Acker.

 

 

Synergien von Natur und Technologie

Im dritten Teil der Veranstaltung gibt Thomas Wiedner, der Geschäftsführer von next-Incubator, einer Tochterfirma der Energie Steiermark, die sich zum Nachhaltigkeit-Hub entwickelt hat, Einblick in Projekte und auch in die Vision, die das 10-köpfige Team antreibt. „Wir wollen nachhaltige Werte schaffen und beschäftigen uns mit Projekten, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Das geht über innovative Energieprojekte weit hinaus und reicht von der Energiegewinnung über neue Mobilität bis hin zu Projekten der Kreislaufwirtschaft. Derzeit laufen rund 25 Projekte, es gibt regelmäßige Podcasts und immer wieder Calls, um innovative Ideen zu finden. Auch intern ist uns Nachhaltigkeit ein großes Anliegen, wir wollen ein rundum nachhaltig agierender Hub sein. Natürlich, ergänzt Wiedner, versteht sich das Team von next-Incubator auch als Schnittstelle zischen den Projekten und dem Konzern. „Wir stellen Verbindungen her und sichern diese ab, denn es braucht einen guten Rahmen und innovative Projekte gehen ja oft quer durch die Hierarchien“, so Wieder. Fortschritt und Umweltbewusstsein schließen sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil. Synergien von Natur und Technologie sorgen für wirkliche Nachhaltigkeit.

 

 

Zukunftsprojekte, so sind die ImpulsgeberInnen und Teilnehmenden einig. sind oft wie Steine, die ins Wasser fallen. Auch wenn sie nicht so groß sind, verändern sie eine große Fläche und erzeugen Bewegung. Und die wird dringend gebraucht in unseren Lebensräumen und Arbeitswelten.

 

Am VZ Netzwerkdialog teilgenommen haben Führungskräfte von Advantage, Caritas Steiermark, CTP, Kärntner Kulturstiftung, KNAPP AG, Lebenshilfen Soziale Dienste, myAcker.com und next-Incubator teilgenommen.

 

Hier gehts zum Fotoalbum zum Netzwerkdialog.