Lernnetz-Session im Gewächshaus
Bad Blumau, 8. Mai 2026. Wie lassen sich Biodiversität schützen und Dekarbonisierung im Unternehmensalltag tatsächlich umsetzen? Diesen Fragen widmete sich das Lernnetztreffen des Verantwortung zeigen! Netzwerks bei der Frutura Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau. Im Rahmen der VZ update 3.0-Lernnetz-Session standen fachlicher Austausch und Einblicke in die Praxis nachhaltiger Lebensmittelproduktion im Mittelpunkt.
Frutura-Geschäftsführerin Katrin Hohensinner-Häupl eröffnete den Vormittag mit sehr persönlichen Einblicken in die Entwicklung des Unternehmens und dessen Zugang zu Nachhaltigkeit. Frutura zählt zu den größten Obst- und Gemüsespezialisten Österreichs und arbeitet mit Partnern in rund 40 Ländern. Besonders eindrucksvoll war die Geschichte rund um den Standort Bad Blumau, wo die Gewächshäuser mittels Geothermie beheizt werden. Durch zwei rund 3.000 Meter tiefe Bohrungen steht Thermalwasser mit etwa 125 Grad zur Verfügung, was eine nachhaltige Energieversorgung der großflächigen Anlagen ermöglicht. Zugleich sprach sie auch offen über Grenzen. Als Logistikpartner der SPAR-Gruppe seien bestimmte Transporte – etwa gekühlte Bananentransporte quer durch Europa – derzeit technisch noch nicht vollständig per Bahn umsetzbar. Gerade diese ehrlichen Einblicke in Zielkonflikte machten die Diskussion besonders wertvoll.
Biodiversität und Dekarbonisierung im Unternehmensalltag
Biologin Kathrin Grobbauer stellte anschließend das Biodiversitätsprojekt „Bee Wild“ vor, das hochwertige Lebensräume für Bienen, Hummeln und weitere Insektenarten sichert. Mit eigens entwickeltem regionalem Saatgut entstehen langfristige Blühflächen und neue Lebensräume, die sog. Bienenweiden. Wissenschaftliche Studien belegen die große Vielfalt an Insektenarten sowie die Bedeutung solcher Flächen für Klima und Lebensmittelversorgung.
Im Anschluss gab Umweltmanagerin Julia Karner Einblicke in Treibhausgasbilanzierung und Dekarbonisierung des Unternehmens. Diskutiert wurden v.a. die Herausforderungen bei Scope-3-Emissionen, mangelnde Datenverfügbarkeit entlang der Lieferkette und die Grenzen aktueller Datengrundlagen. Gleichzeitig bestand Einigkeit, dass Unternehmen sich trotz unvollständiger Daten systematisch mit Emissionsmanagement auseinandersetzen müssen.
Biodiversität unmittelbar erleben
Nach einer kurzen Pause ging es für die Nachhaltigkeitsverantwortlichen der Lernnetzunternehmen Energie Steiermark, Frutura, KNAPP und PMS Gruppe hinaus auf die Bienenweide, wo die Teilnehmer:innen Biodiversität mit viel Spaß unmittelbar erleben konnten: Sie hatten die Aufgabe, Insekten einzufangen, die anschließend gemeinsam bestimmt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für funktionierende Ökosysteme besprochen wurden. Es gelang 😊
Ebenso praxisnah ging der Tag bei der Betriebsführung durch die auf einer Fläche von 26 Hektar angelegten Gewächshäuser weiter. Ausgestattet mit roten Schutzmänteln führte der Betriebsleiter durch die gläsernen Produktionsanlagen, in denen Tomaten, Paprika und Gurken kultiviert werden. Interessant waren auch die Einblicke in die natürliche Bestäubung durch Hummeln, die als wichtige „Mitarbeiterinnen“ in den Gewächshäusern eine zentrale Rolle spielen. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer:innen noch Einblicke in die nahe Bio-Champignon-Produktion, wo weiße und braune Champignons in unterschiedlichen Klimazonen heranwachsen und händisch geerntet werden.
Das Lernnetztreffen verband fachlich tiefgehende Diskussionen rund um Biodiversität und Dekarbonisierung mit ganz praktischen Erfahrungen und ehrlichen Einblicken in die Realität nachhaltiger Lebensmittelproduktion.
Ein herzliches Danke allen Teilnehmer:innen für den intensiven Austausch und besonders dem Team von Frutura rund um Geschäftsführerin Katrin Hohensinner-Häupl für die spannenden Einblicke und die Gastfreundschaft in Bad Blumau. Das nächste Treffen findet am 29. Mai 2026 online statt und wird als News-Session gestaltet.
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