Spittal/Drau, 4. März 2026. Wie gelingt Unternehmensnachfolge in einer Zeit, in der sich Erwartungen an Arbeit, Führung und Verantwortung verändern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 3. Generationendialogs des Netzwerks Verantwortung zeigen!, der am 4. März 2026 im Audi-Showroom des Autohauses Staber in Spittal/Drau stattfand.

Vertreter:innen der etablierten Führungsgeneration und junge potenzielle Nachfolger:innen – die future minds^ – diskutierten über Erfahrungen, Erwartungen und Erfolgsfaktoren gelingender Unternehmensübergaben. Moderiert wurde der Abend von Iris Straßer, Geschäftsführerin von Verantwortung zeigen!, und Martin Straßer, Leiter der future minds^. Leitfrage des Dialogs war: Wie viel Bindung braucht Nachfolge – und wie viel Offenheit verträgt sie?

 

Wenn Sicherheit und Freiheit aufeinandertreffen

Die Übergabe eines Unternehmens ist weit mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein Prozess, der Zeit, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis braucht. Unterschiedliche Generationen bringen dabei verschiedene Perspektiven ein: Während die übergebende Generation häufig früh Klarheit sucht, wünschen sich junge Menschen Entwicklungsspielraum und Lernmöglichkeiten. Eine zentrale Erkenntnis des Abends lautete: „Es gibt kein Patentrezept für Unternehmensnachfolge – es braucht Mut, Vertrauen und in vielen Fällen auch ein wenig Glück.“

Erfahrungen der Unternehmer:innen

In der ersten Gesprächsrunde diskutierten Unternehmer:innen und Führungskräfte über ihre Erfahrungen mit Übergabeprozessen. Beteiligt waren Marion Marl und Werner Tuppinger (Autohaus Staber), Franz Moser (Franz Moser GmbH), Luis Robitsch (Autohaus Pontiller), Brigitte Stocker (Tageszentrum Möllbrücke), Michaela Tiefenbacher (Naturel Hotels) sowie Herbert Waldner (Riedergarten Immobilien). Einigkeit bestand darin, dass erfolgreiche Übergaben Zeit, Vertrauen und klare Rahmenbedingungen benötigen. Verantwortung müsse schrittweise übertragen werden. „Unternehmensübergabe ist kein linearer Prozess, manchmal sogar ein Slalom – sie entwickelt sich Schritt für Schritt.“ Entscheidend sei dabei der Übergang von operativer zu strategischer Verantwortung. „Und wenn es sein muss, zwischendurch gerne auch einmal zurück“, so Michaela Tiefenbacher.

Auch das Lernen von der jüngeren Generation wurde betont. „Ich lerne von den Jungen auch so viel – ihre Perspektive hilft, Dinge neu zu sehen“, so Brigitte Stocker. Ergänzend brachten Brigitte Kleber (Volksbank Kärnten) und Stefan Oberhauser (Riedergarten Bauträger) ihre Perspektiven ein. Beide unterstrichen, dass Unternehmensnachfolge nicht nur eine Führungsfrage sei, sondern immer auch Organisationsentwicklung. Veränderungen an der Unternehmensspitze betreffen Strukturen, Entscheidungswege und Unternehmenskultur – und damit das gesamte Unternehmen.

Perspektive der nächsten Generation

In der zweiten Runde brachten die future minds^ ihre Sicht ein: Vanessa Keckel (Fischer Edelstahlrohre), Robert Repolusk (Autohaus Staber), Moritz Sackl (Volksbank Kärnten), Aaron Waldner (Riedergarten Immobilien) und Bernadette Wernle (Tageszentrum Möllbrücke). Sie betonten die Bedeutung von Entwicklungsmöglichkeiten und Gestaltungsspielraum: „Wer ein Unternehmen übernimmt, will und wird auch seinen eigenen Fußabdruck hinterlassen. Und auch eigene Fehler machen dürfen.“ Nachfolge bedeute daher immer auch Veränderung.

Erfolgsfaktoren für gelingende Übergaben

In der gemeinsamen Diskussion wurden zentrale Faktoren für erfolgreiche Übergaben herausgearbeitet:

  • frühzeitiger Austausch über Erwartungen und Rollen
  • klare Entscheidungsstrukturen
  • gegenseitiges Lernen zwischen Generationen
  • offene Fehlerkultur
  • ein gemeinsames Verständnis vom Sinn unternehmerischer Arbeit

Dialog im eigenen Unternehmen

Der Generationendialog fand im Audi-Showroom des Autohauses Staber statt. Die Gastgeber Marion Marl und Werner Tuppinger betonten, wie wertvoll dieser Austausch im eigenen Unternehmen sei. Der Showroom bot einen inspirierenden Rahmen, um über die Zukunft – auch des eigenen Unternehmens – zu sprechen. Besonders erfreulich war das große Interesse im eigenen Haus: Viele Mitarbeiter:innen nutzten die Gelegenheit, den Dialog mitzuerleben.

Fazit

Der Generationendialog machte deutlich: Unternehmensnachfolge ist ein individueller Prozess – und zugleich immer Entwicklung der Organisation. Entscheidend sind Vertrauen, Kommunikation und die Bereitschaft, Verantwortung schrittweise zu übergeben. Wenn Erfahrung und neue Perspektiven zusammenwirken, kann Nachfolge zur Chance werden – für Stabilität, Innovation und eine gute Zukunft des Unternehmens.

„Am Ende geht es darum, gemeinsam Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens zu übernehmen. Die Leidenschaft für das, was wir tun, entscheidet.“

Hier geht es zu allen Fotos vom 3. Generationendialog.

 

Wir danken allen Mitwirkenden für die wertvollen Perspektiven und den offenen und vertrauensvollen Dialog und dem Autohaus Staber für die tolle Gastgeberschschaft. Es war ein gelungener dritter Teil der Generationendialog-Serie, die schon am 14. April zum Thema „Verantwortung teilen – Generationen im Pflichtenkatalog“ in Klagenfurt schon ihre Fortsetzung findet.

 

So geht es in der Serie weiter: Überblick über die Generationendialoge 2026