Wie betriebliches Generationenmanagement gelingt
online, 1. Juli 2026. Wie können Unternehmen den demografischen Wandel aktiv gestalten, Erfahrungswissen sichern und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen fördern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das VZ Impulsfrühstück kurz vor dem Sommer, bei dem Vertreter:innen aus Unternehmen unterschiedlichen Branchen, aus öffentlicher Verwaltung und Sozialwirtschaft erfolgreiche Beispiele und übertragbare Ansätze für ein zukunftsorientiertes Generationenmanagement diskutierten.
Generationenmanagement zwischen Unternehmenskultur, gemeinsamen Werten und individueller Lebenssituation
Nach der Begrüßung durch Iris Straßer und einer interaktiven Standortbestimmung der teilnehmenden Unternehmen eröffneten vier Impulsbeiträge den fachlichen Austausch. Anna Marcher von KNAPP zeigte auf, dass Generationenmanagement weit mehr ist als die Zusammenarbeit verschiedener Altersgruppen. Entscheidend seien Unternehmenskultur, generationenbewusste Führung sowie der systematische Wissenstransfer über alle Lebensphasen hinweg. Sie plädierte dafür, stereotype Zuschreibungen zu überwinden und den Fokus stärker auf individuelle Lebenssituationen und gemeinsame Werte zu richten.
Birgit Reicht, Projektleiterin bei der Kindernest stellte das betriebliche Übergangsmanagement als Teil der Betrieblichen Gesundheitsförderung vor. Anhand eines organisationsweiten Projekts verdeutlichte sie, wie Beteiligung, Wertschätzung und die bewusste Gestaltung beruflicher Übergänge dazu beitragen, Arbeitsfähigkeit zu erhalten und Erfahrungswissen langfristig im Unternehmen zu sichern.
Wissensmanagement beginnt nicht erst beim Ausscheiden
Den Schwerpunkt auf den strukturierten Wissenstransfer legte Nicole Schojer, Personalentwicklerin bei der Stadt Villach. Sie präsentierte einen praxisnahen Workshopansatz, mit dem implizites Erfahrungswissen sichtbar gemacht und systematisch an Nachfolger:innen weitergegeben wird – von Arbeitsroutinen und Netzwerken bis hin zu strategischen Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Aufgabenbereichs.
Abschließend stellte Maria Tropper-Grinschgl, Grppenleierin HR bei der BKS Bank ein ganzheitliches Generationenmanagement vor, das Personalvorausschau, Nachfolgeplanung, Wissensmanagement und Personalentwicklung miteinander verbindet. Ihr Beitrag machte deutlich, dass Wissenstransfer nicht erst beim Pensionsantritt beginnt, sondern als kontinuierlicher Führungs- und Organisationsprozess verstanden werden muss.
Generationenmanagement ist zukunftsorientierte Organisationsentwicklung
In der anschließenden Diskussion zeigte sich ein interessanter Konsens: Erfolgreiches Generationenmanagement ist keine isolierte HR-Maßnahme, sondern Teil einer zukunftsorientierten Organisationsentwicklung. Unternehmenskultur, Führung, Beteiligung und eine gelebte Lernkultur erwiesen sich dabei branchenübergreifend als die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit von Organisationen wesentlich davon abhängt, wie gut es gelingt, Wissen, Erfahrung und Verantwortung generationenübergreifend zu verbinden.
Dabei waren Vertreter.innen von: AMS Kärnten, B3-Netzwerk, bfi Kärnten, BKS Bank, Die Vier Jahreszeiten, FH Kärnten, Hilfswerk Kärnten, Hirsch Servo, Kärntner Landesversicherung, Kindernest, KNAPP, LebensGroß, Lindner Recyclingtech, Stadt Villach, Sto Österreich, STW Klagenfurt, Styria Media Group und Trigon.
Herzlichen Dank den Impulsgeberinnen für die interessanten und offenen Einblicke in die Arbeit und allen Teilnehmenden für das Interesse und das Einbringen der eigenen Erfahrungen. Bis zum nächsten Mal!


