Wer trägt die Zukunft?
Klagenfurt, 14. April 2026. Beim 4. Generationendialog bei der Wietersdorfer Gruppe stand in hochkarätig besetzter Runde unter dem Titel „Verantwortung teilen“ die Frage im Zentrum, wie Verantwortung in Zeiten tiefgreifender Transformation neu austariert werden kann. Das Kernergebnis: Verantwortung lässt sich in der Organisation verteilen, bleibt jedoch in ihrer Konsequenz gebündelt – und wird erst durch Kultur, Kommunikation und echte Beteiligung wirksam.
Verantwortung im Wandel
Den Rahmen für diesen Austausch spannten erneut Iris Straßer, Geschäftsführerin des Verantwortung zeigen! Netzwerks, und Martin Straßer, Leiter der future minds^, durch ihre Doppelmoderation mit dem Ziel, dem Dialog eine klare Struktur zu geben und zugleich Raum für echte Auseinandersetzung zu öffnen und Verantwortung zwischen Generationen erlebbar zu machen. Dabei wurde bewusst kein Gegensatz konstruiert, sondern Differenz zugelassen – mit der klaren Haltung, dass Generationen „nicht pauschalierbar sind“.
Es diskutierten miteinander auf Seiten der etablierten Führungskräfte
- Dietmar Böckmann, Vorstand BKS Bank
- Silke Ehrenbrandtner, Geschäftsführerin Lebenshilfe Kärnten
- Michael Junghans, CEO Wietersdorfer Gruppe
- Wolfgang Landler, CEO Hirsch Servo Group
- Adolf Melcher, Geschäftsführer Kelag Energie & Wärme
- Claudia Orasch, Geschäftsführerin Kindernest
Auf Seiten der future minds^
- Selina Erdkönig, KNAPP
- Manuela Gantschacher, BKS Bank
- Nikolas Hartbauer, Kelag Energie & Wärme
- Katharina Leitsberger, KWF
- Verena Venek, Lakeside Labs
Eine zentrale Linie zog sich durch den Nachmittag: Transformation ist kein abgeschlossener Prozess, sondern ein dauerhafter Zustand. Verantwortung bedeutet, heute Entscheidungen zu treffen, deren Folgen weit in die Zukunft reichen – und sie nicht zu vertagen.
Gleichzeitig blieb eine grundlegende Spannung sichtbar: Organisationen müssen Verantwortung verteilen, um handlungsfähig zu sein. Dennoch bleibt sie in letzter Konsequenz oft gebündelt. Viele Entscheidungen entstehen im System, getragen werden sie an der Spitze.
Kultur als Träger von Verantwortung
Verantwortung zeigt sich heute vor allem im Entscheiden unter Unsicherheit. Nicht jede Entscheidung ist richtig – entscheidend ist, dass sie getroffen, erklärt und bei Bedarf korrigiert wird. Damit verschiebt sich der Fokus von Fehlervermeidung hin zu Lernfähigkeit.
Als eigentlicher Träger von Verantwortung erwies sich die Unternehmenskultur. Wo Argumente mehr zählen als Hierarchie und Vertrauen stärker ist als Kontrolle, kann Verantwortung geteilt werden. Voraussetzung dafür ist glaubwürdiges Vorleben. Ebenso zentral ist Kommunikation als Führungsleistung: Denn Entscheidungen werden erst tragfähig, wenn sie nachvollziehbar sind.
Aus Sicht der future minds^ entsteht Verantwortung vor allem durch Wirksamkeit. Beteiligung allein reicht nicht – es geht darum tatsächlichen Einfluss zu spüren. Gleichzeitig wurde auch ihre Grenze sichtbar: Verantwortung kann stärken, aber ohne klare Rahmenbedingungen überfordern.
Am Ende verdichtete sich ein gemeinsames Verständnis: Verantwortung ist kein fixer Zustand, sondern ein Zusammenspiel aus Entscheidung, Beteiligung und Haltung – und entsteht dort, wo sie gemeinsam getragen und weitergedacht wird.
Hier geht es zu allen Fotos vom 4. Generationendialog.
Wir danken allen Mitwirkenden für die wertvollen Perspektiven und den offenen und vertrauensvollen Dialog sowie der Wietersdorfer Gruppe für die ausgezeichnete Gastgeberschaft. Es war ein gelungener vierter Teil der Generationendialog-Serie, die am 20. Mai zum Thema „Neue Vorbilder“ beim Gastgeber Kärntner Sparkasse ihre Fortsetzung findet.
> Das sind die Generationendialoge 2026: alle Termine, alle Berichte

















