Generationendialog zu neuen Vorbildern
Klagenfurt, 20. Mai 2026. Beim 5. Generationendialog stand in den Räumlichkeiten der Kärntner Sparkasse die Frage im Zentrum, wie Führung heute Orientierung gibt. Unter dem Titel „Neue Vorbilder – Führung im Umbruch“ trafen etablierte Führungskräfte auf die future minds^, um Erfahrungen, Erwartungen und Spannungen zwischen den Generationen zu besprechen. Es wurde deutlich: Neue Vorbilder entstehen nicht durch Inszenierung, sondern durch Haltung, nachvollziehbare Entscheidungen und gelebte Werte im Alltag.
Zwei Perspektiven. Ein gemeinsamer Tisch.
Durch den Nachmittag führten einmal mehr Iris Straßer und Martin Straßer. Ihre Doppelmoderation machte von Beginn die Bedeutung sichtbar, unterschiedliche Erfahrungswelten nicht nebeneinanderzustellen, sondern miteinander in Beziehung zu bringen. Der Aufbau des Dialogs unterstützte genau das. Schritt für Schritt entstand ein gemeinsamer Denkraum – offen, konzentriert und sehr ehrlich.
Führung zwischen Sichtbarkeit, Haltung und Klarheit
In der ersten Runde diskutierten Michael Koren (Kärntner Sparkasse), Gottfried Kienzl (IKEA Süd), Dieter Jandl (addIT), Claudia Mischensky (IV Kärnten), Markus Ogris-Linder (Kärntner Sparkasse), Barbara Pucker (Nationalpark Hohe Tauern) und Roland Waldner (KWF) darüber, wie Vorbildwirkung heute tatsächlich entsteht. Nicht Status oder notwendige Inszenierung standen im Mittelpunkt, sondern Glaubwürdigkeit, Selbstreflexion und kulturelle Wirksamkeit im Alltag.
Gastgeber Michael Koren sprach über Lernbereitschaft und darüber, dass junge Mitarbeitende sehr schnell erkennen würden, ob Führung authentisch sei. Markus Ogris-Linder betonte Vorbildwirkung als gemeinschaftliche Aufgabe im Unternehmen – nicht als Einzelleistung. Claudia Mischensky hob hervor, wie stark Menschen durch Zutrauen wachsen können und Gottfried Kienzl formulierte jenen Satz, der ihn selbst geprägt hat: „Du bist nicht da, weil du weißt, was du weißt. Du bist da, weil du bist, wer du bist.“
Barbara Pucker sprach über fehlende Vorbilder früherer Generationen und den Wert echter Ermutigung. Roland Waldner beschrieb Führung als die Verantwortung, auch unter Unsicherheit Orientierung zu geben. Und Dieter Jandl brachte die Bedeutung der Kultur auf den Punkt: „Es ist bei uns erlaubt, in der Arbeit Spaß zu haben.“
Was die future minds^ erwarten
In der zweiten Runde diskutierten die future minds^ Jakob Behrent (BKS Bank), Katharina Happe (Lebenshilfe Kärnten), Valentina Konatschnig (AK Kärnten), Miriam Jobst (AMS Kärnten) und Katrin Preßlauer (Sto Österreich) darüber, welche Art von Führung Orientierung gibt – und welche nicht mehr trägt.
Dabei entstand ein bemerkenswert differenziertes Bild: Junge Mitarbeitende erwarten keine perfekten Führungskräfte, sondern Transparenz, nachvollziehbare Entscheidungen und ehrliche Kommunikation. Nicht jede Entscheidung müsse gemeinsam getroffen werden – aber sie müsse erklärbar sein. „Was mir persönlich wichtig ist, ist das warum und weshalb in der Entscheidung.“
Katrin Preßlauer betonte, wie wichtig es ist, Hintergründe nachvollziehen zu können. Jakob Behrent verglich die Kulturen von Fintech-Welt und Bankensektor und zeigte, wie stark Vorbilder vom organisationalen Umfeld geprägt werden. Katharina Happe lenkte den Blick auf Sinnorientierung und gemeinsame Wertearbeit und Miriam Jobst machte deutlich, wie wichtig Fehlerkultur ist. Valentina Konatschnig formulierte ihren Wunsch nach einem professionellen und zugleich menschlichen Umgang kompakt: „Einfach mal zuhören, einfach mal reden lassen.“
Besonders stark wurde der Dialog dort, wo Spannungen zutage traten. Unterschiedliche Vorstellungen von Leistung, Arbeitszeit, Karriere oder Verantwortung blieben sichtbar – und genau dadurch produktiv.
Am Ende stand als gemeinsamer Nenner: Neue Vorbilder entstehen heute weniger durch Hierarchie als aus der Verbindung von Haltung, Kommunikation und strukturellem Rahmen. Durch Menschen, die Orientierung geben, ohne alles vorzugeben. Durch Organisationen, die Vertrauen ermöglichen. Und durch Räume, in denen Zuhören wichtiger wird als Rechthaben.
Genau solche Räume schafft Verantwortung zeigen! immer wieder: Orte, an denen Wirtschaft, Gesellschaft und nächste Generation nicht übereinander sprechen, sondern miteinander Zukunft gestalten.
Hier geht es zu allen Fotos vom 5. Generationendialog.
Wir danken allen Mitwirkenden für die Offenheit und wertvollen Perspektiven sowie der Kärntner Sparkasse für die ausgezeichnete Gastgeberschaft. Es war ein gelungener fünfter Teil der Generationendialog-Serie, die am 22. September bei KNAPP in Graz und am 29. September bei der IV in Klagenfurt zum Thema „Leistung, aber anders“ ihre Fortsetzung findet.
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