Gleiche Chancen – wer macht sie möglich?
Klagenfurt, 21. Oktober 2026. Warum gelangen noch immer deutlich weniger Frauen in Führungspositionen? Beim achten Generationendialog von Verantwortung zeigen! diskutierten etablierte Führungskräfte und future minds^ bei Gastgeber AK Kärnten über Karrierechancen, Quoten, Sichtbarkeit und die Vereinbarkeit von Führung und Familie. Dabei zeigte sich, dass nicht nur entscheidend ist, wer Leistung erbringt, sondern auch, wer die Möglichkeit bekommt, sie zu zeigen. Gleiche Aufstiegschancen brauchen Eigeninitiative, verantwortungsvolle Führung und passende Rahmenbedingungen.
Wo Karrieren entschieden werden
Martin Straßer stellte zu Beginn ein Vier-Stufen-Modell vor, das die Hürden vom Berufseinstieg bis in die Unternehmensspitze aufzeigt. Wer wird eingestellt, erhält erste Führungsverantwortung, bekommt sichtbare Projekte und wird für Spitzenpositionen berücksichtigt?
Leistung, Mut und Verantwortungsbereitschaft seien zentrale Karrierefaktoren, zeigten die teils sehr persönlichen Erfahrungen, die in der ersten Runde geteilt wurden. Und gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr transparente Auswahlverfahren, Netzwerke, gezielte Förderung und weibliche Vorbilder den Aufstieg beeinflussen und wie unterschiedlich diese in Unternehmen aktuell verankert sind. Kontrovers diskutiert wurden Quoten und die Frage, wie sich längere Karenzzeiten mit beruflicher Entwicklung vereinbaren lassen.
In der Runde der etablierten Führungskräfte diskutierten Renata Maurer-Nikolic (Vorständin BKS Bank), Kristina Aichwalder (Partnerin EY), Gerhard Leeb (COO PMS Gruppe), Andreas Lientscher (CDO PMS Gruppe), Michael Marketz (Geschäftsführer Kärnten Netz) und Michaela Eigner-Pichler (Referatsleiterin Arbeiterkammer Kärnten).
Wer bekommt die Chance, Leistung zu zeigen?
Die Perspektive der nächsten Generation brachten die future minds^ Valentina Eneo (EY), Anna Eberhard (PMS Gruppe), Sabrina Mascher (BKS Bank), Valentina Konatschnig (Arbeiterkammer Kärnten) und Claudia Holzmann (Kärnten Netz) ein.
Während einige betonten, dass Frauen selbstbewusst Chancen ergreifen müssen, erwarteten andere, dass Führungskräfte Potenziale aktiv erkennen und Entwicklungsmöglichkeiten fair verteilen, denn nicht jede Leistung ist im Unternehmen gleich sichtbar. Auch bei Quoten und Karenz gingen die Meinungen durchaus auseinander. Die Jungen betonten besonders, dass Familienarbeit auch gesellschaftlich wertvoll ist und nicht zum Karrierehindernis werden sollte.
Gleiche Chancen brauchen neue Wege
In der gemeinsamen dritten Runde ging es um Teilzeitführung, Jobsharing und die Frage, ob gute Führung an ständige Verfügbarkeit gebunden sein muss. Wirtschaftlichkeit und klare Verantwortlichkeiten wurden ebenso betont wie die Notwendigkeit und auch die offene Bereitschaft, neue Modelle zu erproben; dies gerade auch in technischen Branchen. Ein Praxisbeispiel aus der Kärntner Landesversicherung zeigte, dass geteilte Führung bereits erfolgreich funktioniert.
Der Dialog brachte drei wesentliche Erkenntnisse:
- Gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer brauchen faire Möglichkeiten, Leistung zu zeigen und sichtbar zu werden.
- Eigeninitiative und die Verantwortung von Führungskräften, Potenziale zu erkennen und zu fördern, gehören zusammen.
- Und damit mehr Frauen Führungs- und Spitzenpositionen erreichen, braucht es neben veränderten Rollenbildern auch transparente Auswahlverfahren und Arbeitsmodelle, die unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen.
Bemerkenswert war, dass unterschiedliche Positionen nicht nur zwischen den Generationen, sondern auch innerhalb beider Gruppen sichtbar wurden.
Moderiert wurde der Dialog auch diesmal von Iris Straßer, Geschäftsführerin von Verantwortung zeigen!, und Martin Straßer, Leiter der future minds^.
Hier geht’s zu allen Fotos vom Dialog.
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für den offenen Austausch, an das interessierte Publikum und besonders an Irene Hochstetter-Lackner und das Team der Arbeiterkammer Kärnten für die Gastfreundschaft.
Mit diesem achten Dialog ging die Generationendialog-Serie 2026 zu Ende, wir setzen die Gespräche zu wichtigen Zukunftsthemen im kommenden Jahr aber jedenfalls fort.
Weiterlesen: Das sind die Generationendialoge 2026: alle Termine, alle Berichte.




















