Osterseminar 2014 | Weisheit . Gerechtigkeit . Tapferkeit . Mäßigung | Rückblick

Am 15. April 2014 setzten Verantwortliche aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mit Diözesanbischof Dr. Schwarz, Superintendent Mag. Sauer und Dompfarrer Dr. Allmaier die vier Kardinaltugenden in den Unternehmenskontext. Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung bilden zentrale Eckpfeiler dessen, was Leadership ausmacht.

"Tapferkeit ist die Kraft, für Gerechtigkeit einzustehen. Und Weisheit ist die Fähigkeit, das rechte Maß zu finden." Mit diesen Worten fasste Dompfarrer Dr. Peter Allmaier einen langen, intensiven Oster-Seminartag im Rosental zusammen. Das teilweise "altmodische" Vokabular dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tugenden etwas sehr Zeitgemäßes sind: "Heute vielleicht wieder mehr als noch vor 20, 30 Jahren." "Das Wort Tugend kommt von taugen. Tugenden sind der Rahmen, der Gemeinschaft gelingen lässt", erläuterte Moderatorin Iris Straßer.

Der Kardinaltugend Mäßigung widmete sich Bischof D. Alois Schwarz und zog die SeminarteilnehmerInnen gleich mit einem Bild des Bogens in den Bann - eines Bogens, der bricht, wenn er über das Maß gespannt wird. "Wir müssen Maß halten lernen, um das Notwendige vom Überflüssigen zu unterscheiden." Das Zuviel sei ebenso wie das Zuwenig maßlos "und bringt den Menschen nicht weiter, sondern manchmal um". In unserer modernen Sprache könne man statt von Mäßigung auch von Balance reden.
In den Unternehmenskontext übersetzt brachte Atrio-Manager Richard Oswald die Frage auf, wie man in unserer von Wachstum getriebenen Zeit das rechte Maß finden könne. Als einen Maßstab-Geber machten die SeminarteilnehmerInnen die Natur fest, von deren beständigem Rhythmus man lernen könne.

Der Gerechtigkeit widmeten sich dann nicht nur die Referenten Superintendet Mag. Manfred Sauer und Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, sondern auch die SeminarteilnehmerInnen ganz besonders intensiv. Denn Gerechtigkeit, so wurde schnell klar, entsteht nur in der Beziehung zwischen Menschen. Sie ist also nichts subjektives. "Wir haben keinen Maßstab für Gerechtigkeit", stellte Barbara Jovetic von Dr. Oetker fest. "Weil Gerechtigkeit immer eine Frage des Standpunkts ist", pflichtete ihr Robert Mack, Geschäftsführer der Kärntner Woche, bei. Dompfarrer Allmaier lud zu einem spannenden Gedankenexperiment ein: Was, wenn wir die Macht hätten, alle Güter und Chancen zu verteilen, bevor wir wissen, wie wir zur Welt kommen - ob arm oder reich, gesund oder krank, in Europa oder Afrika, als Mann oder Frau. 

Die Tugend der Tapferkeit erschloss sich auf den ersten Blick den wenigsten TeilnenhmerInnen leicht. Ins Heute übersetzt als Zivilcourage und Mut wurde sie dann aber doch zum kraftvollen Schlusspunkt von neun intensiven Seminarstunden. "Sinnvoll entschleunigt" fühlte sich am Ende nicht nur Berndt Schaflechner, Werksleiter von w&p Zement, der feststellte: "Das Hinschauen auf Werte lohnt sich."

Iris Straßer dankte den TeilnehmerInnen und schloss mit der Einladung zum Osterseminar 2015. Dort könnte dann unter anderem die Weisheit, die neben Mäßigung, Gerechtigkeit und Tapferkeit diesmal ein wenig zu kurz kam, zum Thema werden.

Wir danken dem Team der Alten Schule in Kappel an der Drau für eine wunderbare Gastgeberschaft mit kulinarischer Leidenschaft in inspirierender Atmosphäre.

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